reMarkable 2 – Erster Eindruck

Bestellung & Lieferumfang

Das reMarkable Tablet kann nur direkt beim norwegischen Hersteller gekauft werden. Das Gerät kostet ohne Stift und Hülle 399 €. Im Lieferumfang befindet sich lediglich ein USB-C-Ladekabel.

Um das Gerät als Schreibgerät nutzen zu können benötigt man aber natürlich auch einen Stift. Dieser kann im Bestellprozess hinzugefügt werden. Es stehen 2 Varianten zu Verfügung der “Standard” Marker für 59 € und der Marker Plus mit Radierfunktion für 99 €. Bei den Markern sind bereits 10 Ersatz-Stiftspitzen dabei.

Es werden aber auch Stifte von Drittanbietern unterstützt, sofern diese auf der EMR-Technik von Wacom basieren. Beispielsweise die beiden gut bewerteten Stifte von Staedtler und Lamy:

Um das Gerät beim Transport zu schützen empfiehlt sich natürlich auch eine Hülle, diese kosten ja nach Art und Material zwischen 79 € und 149 €.

Das Bundle aus Gerät sowie Book Folio Ledercase und Marker Plus kommt so auf einen Gesamtpreis von 647 €. Express-Versand aus Hong Kong inklusive. Die Lieferzeit betrug bei meiner Bestellung ungefähr eine Woche.

Technische Daten

:
Größe
:
187 x 246 x 4,7 mm
:
Gewicht
:
403,5 g
:
Displaygröße
:
10,3 Zoll
:
Auflösung
:
1872 x 1404
:
ppi
:
226
:
Akku
:
3000 mAh
:
CPU
:
1,2 GHz (Dual Core)
:
RAM
:
1 GB
:
Speicher
:
8 GB (ca. 6,3 GB frei)
:
Bluetooth
:
-
:
WiFi
:
+
:
USB-C Anschluss
:
+
:
Betriebssystem
:
Linux
:
Druckstufen
:
4096

Funktionen

Lesen

Das reMarkable kann nur ungeschützte ePUB und PDF-Dateien anzeigen. Da das Display in etwa der Größe DIN A5 entspricht, können normale A4 PDFs mitunter schwer zu lesen sein ohne die Zoom-Funktion zu nutzen. Die Einstellungen bei ePUB-Dateien sind auch eher rudimentär, da können viele eBook-Reader deutlich mehr (u.a. keine Sprungmarken, kein Wörterbuch). Als eBook-Reader ist es aufgrund der eingeschränkten Funktionen eher weniger geeignet. Allerdings stehen auch in PDF- und ePUB-Dateien die Schreibfunktionen für Anmerkungen, Unterschriften o.ä. zu Verfügung.

Schreiben

Nun zur eigentlichen Hauptfunktion dem Schreiben.

Vorlagen

Es stehen über 60 Vorlagen (Templates) zu Verfügung. Unter anderem verschiedene Linierungen, Listen und Planungsvorlagen aber auch Notenlinien und Storyboards. Die Vorlagen werden als Layer in die Datei eingefügt, so kann das Template auch im Nachhinein noch geändert oder entfernt werden. Innerhalb eines Notebooks kann das Template für jede Seite separat festgelegt werden.

Eigene Templates können nur mittels Drittanbieter-Apps erstellt und hinzugefügt werden.

Stifte

Für das Schreiben selbst bietet das reMarkable diverse Stifte, Schriftstärken und “Farben” zur Auswahl. Nachfolgend ein Bild mit allen Stiften und Schriftstärken:

Beim PDF-Export wird der Highlighter gelb eingefärbt, beim Export als PNG bleibt dieser grau.

Einige der Stifte unterstützen zudem die Druckempfindlichkeit und den Winkel des Markers beim Schreiben.

Die genauen Funktionen für jeden Stift habe ich in der folgenden Tabelle zusammengestellt:

SchriftstärkenFarbendruckabhängigwinkelabhängig
:
Ballpoint Pen
Schriftstärken:
3
Farben:
3
druckabhängig:
ja
winkelabhängig:
nein
:
Fineliner
Schriftstärken:
3
Farben:
3
druckabhängig:
nein
winkelabhängig:
nein
:
Marker
Schriftstärken:
3
Farben:
3
druckabhängig:
nein
winkelabhängig:
ja
:
Pencil
Schriftstärken:
3
Farben:
1
druckabhängig:
ja
winkelabhängig:
ja
:
Mechanical Pencil
Schriftstärken:
3
Farben:
1
druckabhängig:
nein
winkelabhängig:
nein
:
Paintbrush
Schriftstärken:
3
Farben:
3
druckabhängig:
ja
winkelabhängig:
ja
:
Calligraphy Pen
Schriftstärken:
3
Farben:
3
druckabhängig:
ja
winkelabhängig:
nein
:
Highlighter
Schriftstärken:
1
Farben:
1
druckabhängig:
nein
winkelabhängig:
nein
Bearbeitungsfunktionen

Neben der Radierfunktion des Marker Plus, kann auch im Menü die Radierfunktion ausgewählt werden, diese bietet zudem die Möglichkeit, das ganze Blatt oder markierte Bereiche zu löschen.

Dann gibt es noch das Auswahl-Werkzeug, hiermit kann man Bereiche markieren und diese dann:

  • verschieben
  • skalieren (aber nicht stauchen oder dehnen; das Seitenverhältnis bleibt erhalten)
  • drehen
  • kopieren
  • ausschneiden

Dann gibt es noch die Zoomfunktion um detaillierte Zeichnungen und Bearbeitungen zu ermöglichen.

Das reMarkable bietet auch eine Layerfunktion, man kann neben dem Template-Layer noch 5 weitere Layer hinzufügen, diese können dann einzeln ein und ausgeblendet werden, sämtliche Bearbeitungsfunktionen beziehen sich immer auf den aktiven Layer. So können auch komplexe Zeichnungen später noch leicht bearbeitet werden.

Im- & Export

PDFs und ungeschützte ePUB-Dateien können einfach mittels reMarkable-App auf das Gerät synchronisiert werden. Auch der Export von Notizen ist einfach möglich.

‎The reMarkable Companion
‎The reMarkable Companion
Entwickler: reMarkable AS
Preis: Kostenlos
The reMarkable Companion
The reMarkable Companion
Entwickler: reMarkable AS
Preis: Kostenlos

Apps für Windows und macOS stehen ebenfalls auf der Herstellerseite zu Verfügung.

Das Gerät bietet aber auch die Möglichkeit Notizen per E-Mail in den Formaten PDF, PNG und SVG per E-Mail zu versenden. Daneben gibt es auch noch die Möglichkeit handschriftlichen Notizen mittels Schrifterkennung als Text-E-Mail zu versenden.

Webseiten lassen sich mithilfe einer Chrome-Erweiterung auch an das reMarkable senden:

Read on reMarkable
Read on reMarkable
Entwickler: reMarkable AS
Preis: Kostenlos

Für all diese Funktionen ist jedoch eine aktive WLAN-Verbindung des reMarkables erforderlich ebenso ein Cloud-Account bei reMarkable.

Möchte man die App und damit die Cloud des Anbieters nicht nutzen wird es umständlich.

Zunächst muss man in den Einstellungen unter Storage das USB-Web-Interface aktivieren. Schließt man nun das reMarkable per Kabel an den PC/Mac an, tut sich zwar erstmal nichts, man kann nun aber über die IP-Adresse 10.11.99.1 im Browser auf einen rudimentären Datei-Eplorer zugreifen. Die Funktionen sind allerdings eingeschränkt: Notizen können hier nur als PDF heruntergeladen werden, der Upload von PDFs und ePUBs ist aber auch möglich.

Alternativ hierzu gibt es auch Apps von Drittanbietern die einige nützliche Funktionen bieten. Unter Windows beispielsweise der rM2 Template Helper & Custom Screens . Oder die plattformunabhängige und kostenpflichtige Software reMarkable Connection Utility (RCU) .

Einstellungen

Auch das Einstellungsmenü ist äußerst übersichtlich:
Es gibt einen Flugmodus, ein Menü für die WLAN-Verbindung, Einstellungen für den Standby-Modus und einen Passwortschutz für das Gerät.

Das Betriebssystem bietet als einzige Sprache Englisch an, für die On-Screen-Tastatur steht zudem noch das norwegische Layout zur Verfügung. Bei der Sprachauswahl für die Handschrifterkennung ist die Auswahl umfangreicher und es stehen unter anderem viele europäischen Sprachen zur Verfügung.

Zur leichteren Bedienung kann man noch zwischen rechts- und linkshändig umstellen, dabei wird allerdings lediglich die Menüleiste auf der anderen Seite des Bildschirms angezeigt. Die Schriftgröße des Menüs kann vergrößert werden.

Erster Eindruck

Die Verarbeitungsqualität des Geräts ist wirklich ausgesprochen gut, durchaus mit Apple zu vergleichen. Gleiches gilt für das Zubehör alles fühlt sich sehr wertig an und ist perfekt aufeinander abgestimmt. Das Folio hält, ebenso wie der Stift magnetisch am reMarkable. Leider wird das Tablet beim aufklappen des Book-Folios nicht automatisch aus dem Standby-Modus geweckt.

Das Schreibgefühl ähnelt dem von Papier und es ist wesentlich angenehmer darauf zu schreiben als auf den rutschigen Glas-Displays von normalen Tablets. Die niedrige Latenz des Stiftes trägt ebenso wie die nicht vorhandene Beleuchtung zum papier-ähnlichen Schreibgefühl bei.

Wenn man mit dem reduzierten Funktionsumfang leben kann, ist es ein tolles Gerät um handschriftliche Notizen zu erstellen und zu organisieren. Es bietet zwar einige Funktionen, die über die Features von Zettel und Stift hinausgehen, aber viel mehr kann und will es nicht. E-Mails empfangen, im Internet surfen, Apps verwenden – All das ist nicht möglich, daher kann man es auch nicht mit normalen Tablets vergleichen.

Alternativen

Es gibt einige E-Ink-Tablets auf dem Markt, die direkten Konkurrenzprodukte sind das Boox Note Air und das Ratta Supernote A5X . Letzteres ist aktuell in Europa (noch) nicht erhältlich. Beide Produkte stammen von chinesischen Herstellern und nutzen Android als Betriebssystem. Bei Boox handelt es sich um ein sehr offenes System, auf dem auch der Playstore genutzt werden kann. Die Firma Ratta erlaubt dies nicht und unterstützt nur bestimmte Apps, wie zum Beispiel die Amazon Kindle App. Gute Reviews gibt es zu allen diesen Produkten auf Youtube. Unten habe ich 3 englischsprachige Kanäle verlinkt, die viele Videos mit Informationen und Tests rund um das Thema E-Ink-Tablets veröffentlicht haben.

Preise

  • reMarkable 2: 399 €
  • Marker: 59 € / Marker Plus: 99 €
    • Ersatzspitzen: 9 Stück: 14 € / 25 Stück: 39 €
  • Folio: 79 € / Book Folio: 99 – 149 €
  • zusätzliches USB-Kabel: 19 €

Links

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