Neue Betriebssysteme und Plattformfunktionen bei Apple

Inhaltsübersicht

Nachdem nun die Public Beta freigegeben wurde, kann jeder viele der neuen Softwarefunktionen bereits ausprobieren. Nachteile sind natürlich in einer Beta-Version übliche Fehler und ein erhöhter Akkuverbrauch. Viele der Neuerungen betreffen mehrere Plattformen gleichzeitig, sodass man die volle Benutzererfahrung nur hat, wenn auf allen eigenen Geräte die jeweiligen Beta-Versionen installiert. Ob man das riskieren möchte, muss natürlich jeder selbst entscheiden. Viele der Funktion setzen aber auch voraus, dass auch andere Nutzer, mit denen man kommuniziert, dieselbe Betriebssystem-Version nutzen.

iOS

Neue Funktionen für die Telefon-App: Contact Posters bieten die Möglichkeit, ein bildschirmfüllendes Anruferbild zu erstellen. Die Anpassungsmöglichkeiten ähneln dem mit iOS 16 eingeführten Sperrbildschirmdesigners, für das Kontaktfoto können sowohl Fotos als auch Memojis verwendet werden. Noch ist allerdings nicht ganz klar, wie diese Bilder auf die Geräte des Angerufenen gelangen und welche Einstellungsmöglichkeiten es geben wird.

Weiterhin hat Apple die Voicemail-Funktionalität erweitert und bringt diese vom Mobilfunkanbieter direkt auf das iPhone. Während ein Anrufer eine Nachricht hinterlässt, wird der Text in Echtzeit transkribiert und auf dem iPhone angezeigt, man hat hierbei jederzeit die Möglichkeit, das Gespräch doch noch anzunehmen. Das ganze erinnert etwas an die ersten Anrufbeantworter im Festnetz, welche meistens den Anruf laut abgespielt haben und es erlaubt haben durch Abheben des Hörers das Gespräch doch noch anzunehmen.

Auch FaceTime bekommt eine Art Anrufbeantworter, hier allerdings in Form eines Videos, welches der Anrufer hinterlassen kann.

iMessages erhält ein kleines Facelift, die von Apps bereitgestellten Funktionen, wie auch die Sticker oder die Fotoauswahl sind jetzt unter dem +-Symbol zusammengefasst. Weiterhin gibt es einen Suchfilter, um schneller lange Konversationen zu durchsuchen. Ein neues Sicherheitsfeature kann ausgewählten Personen automatisch eine Nachricht schicken, sobald man an einem bestimmten Ort (bspw. zu Hause) angekommen ist. Es ist nun leichter den eigenen Standort zu teilen und man kann via iMessage den Standort des Gesprächspartners anfragen. Die Karten werden dabei direkt in der App angezeigt und automatisch aktualisiert. Eingehende Sprachnachrichten werden direkt in Text umgewandelt und können dann je nach Präferenz gelesen oder angehört werden.

AirDrop bietet die Möglichkeit, durch Zusammenhalten zweier iPhones die Kontaktdaten mit dem Gegenüber auszutauschen, hierbei wird auch ein ggf. vorhandenes Contact Poster übertragen. Weiterhin können laufende AirDrop-Übertragungen auch über das Internet fortgesetzt werden, wenn sich die Geräte zu weit voneinander entfernen. Auch SharePlay kann jetzt mittels AirDrop synchronisiert werden.

Apple vermeidet in seinem Marketingmaterial zwar den Begriff „künstliche Intelligenz“, nutzt aber neue Machine-Learning-Modelle, um die Autokorrektur und die Autovervollständigung zu optimieren.

Die neue Journal-App erlaubt es eine Art Tagebuch zu führen, hierbei werden interessante oder besondere Ereignisse vorgeschlagen. Diese Vorschläge werden aus Informationen wie Fotos, Workouts, besuchte Orte und ähnlichem generiert.

Der Standby-Modus verwandelt das iPhone mittels Bildschirmschoner in eine Art Smart-Display. Diese Funktion setzt wohl ein MagSafe-zertifiziertes Ladegerät voraus und funktioniert nur im Querformat. Man kann den Standby-Modus in begrenztem Maße anpassen und beispielsweise eine große Uhr oder die Steuerung der Musik-App anzeigen lassen. Wenn man mehrere MagSafe-Ladegeräte besitzt, merkt sich das iPhone, welcher Standby-Bildschirm an welchem Ladegerät angezeigt werden soll.

Neuerungen gibt es auch bei den Widgets, diese werden nun (wieder) interaktiv, so kann man beispielsweise bei einer ToDo-App Aufgaben direkt im Widget abhaken oder Smarthomegeräte direkt via Widget steuern, ohne die zugehörige App zu öffnen.

Apple Maps erhält endlich die Möglichkeit Kartenausschnitte offline verfügbar zu machen, ideal um auf Reisen Datenvolumen zu sparen.

iPadOS

Der mit iOS 16 eingeführte anpassbare Sperrbildschirm wandert dieses Jahr auf das iPad inkl. Sperrbildschirm-Widgets und Live-Aktivitäten.

Das iPad bekommt neben den interaktiven Widgets, den neuen Funktionen von iMessage und Facetime, auch eine bisher nur vom iPhone bekannte App, die Health App.

Die restlichen Verbesserungen sind überschaubar. PDFs könne nun in der Notizen-App eingebettet und auch bearbeitet werden, in Freeform gibt es 3 neue Zeichenwerkzeuge und der Stagemanager erlaubt nun die Fenster etwas freier zu skalieren und zu platzieren.

macOS

MacOS erhält die vom AppleTV bereits bekannten Bildschirmschoner „Luftaufnahmen“, welche optional in ein Standbild als Desktophintergrund übergehen können. Auch auf dem Desktop gibt es wieder Widgets, dabei können auch Widgets vom iPhone auf dem Mac angezeigt werden, ohne dass eine entsprechende Mac-App vorausgesetzt wird. Weiterhin gibt es einen Game-Mode, welcher die Systemressourcen (insbesondere CPU und GPU) für Spiele priorisiert und darüber hinaus auch die Bluetooth-Audio-Latenz reduziert und die Abtastrate von Eingabegeräten erhöht.

Für Video-Konferenzen gibt es einen Präsentationsmodus, bei dem das eigene Bild neben einer Präsentation eingeblendet wird, ähnlich wie bei der Tagesschau, wo ein virtueller Monitor hinter der Moderatorin angezeigt wird. Über Gesten können visuelle Effekte ausgelöst werden, so erscheint beispielsweise ein Feuerwerk im Videohintergrund wenn man beide Daumen nach oben hält. Alle diese Funktionen sind nicht auf Facetime beschränkt, sondern stehen auch in anderen Videokonferenz-Apps zur Verfügung.

Safari erhält auch ein paar neue Funktionen. Das private Surfen erhält einige Verbesserungen und die bereits bekannten Tab-Gruppen werden zu Profilen ausgebaut, so kann man Berufliches und Privates besser trennen und sich beispielsweise mit unterschiedlichen Accounts bei den gleichen Diensten anmelden. Webseiten können direkt auf dem Desktop oder im Dock als Web-App gespeichert werden.

watchOS

2 neue Ziffernblätter halten Einzug, Palette und Snoopy. Vermutlich wird noch das ein oder andere Ziffernblatt mit der Vorstellung der neuen Uhren-Generation im Herbst folgen.

Während Apple seit watchOS 1 grundsätzlich, wenn immer möglich, einen schwarzen Hintergrund verwendet hat, ändert sich dies in vielen Apple-Apps. Farbige Verläufe kommen nun beispielsweise in der Aktivitäten App als Hintergrund zum Einsatz, das kann man schon als Paradigmenwechsel ansehen. Während Apple früher vermeiden wollte, dass die Benutzer den Displayrand wahrnehmen, wird dies durch das neue Design regelrecht betont. Wobei aktuellen Apple Watches nur noch einen minimalen Bildschirmrand besitzen.

Es gibt auch einige Änderungen am Bedienkonzept. Vom unteren Bildschirmrand werden ab watchOS 10 die Widgets eingeblendet, diese ähneln den vom Siri Ziffernblatt bekannten Kacheln. Die Reihenfolge kann entweder automatisch oder manuell festgelegt werden. Neben den Komplikationen gibt es damit einen weiteren Ort, in dem oft benötigte Informationen eingesehen werden können.

Einige Workouts wurden verbessert, unter anderem erhält das Wandern Workout eine erweiterte Streckenaufzeichnung, diese erfolgt in 3D und beinhaltet zunächst allerdings nur in den USA auch topografische Informationen. Beim Radfahren werden die Werte Kadenz, Tempo und Leistung neuerdings ebenfalls getrackt. Während eines Radfahr-Workouts kann das iPhone auch als Fahrradcomputer verwendet werden, hierfür wurde eine eigene Ansicht entwickelt, welche auch die Fitnessdaten der Apple Watch auf dem iPhone anzeigt.

In der Kompass-App werden nun auch die Orte markiert, an denen zuletzt eine Mobilfunkverbindung bestanden hat, dies erleichtert bei einem Notfall das Rufen von Hilfe.

Die Achtsamkeit-App wurde um ein Tagebuch für die mentale Gesundheit erweitert, hiermit kann man täglich seinen Gemütszustand protokollieren, dieser kann dann auch in der Health App auf iPhone und iPad eingesehen werden.

tvOS

Die FaceTime-App kommt auf den AppleTV wodurch man einfacher mit mehreren Personen kommunizieren kann, als Kamera kann entweder ein iPhone oder iPad verwendet werden. Diese Funktion soll auch Drittanbietern wie Zoom oder WebEx zur Verfügung stehen.

Die Nutzung der iPhone-Kamera wird auch im Karaoke-Modus der Musik-App unterstützt. Hier wird das Kamerabild dann mit verschiedenen Filtern versehen und im Hintergrund eingeblendet.

Auf dem Homescreen werden künftig 6 Apps pro Reihe angezeigt, durch diese neue Skalierung passen zum einen mehr Apps auf den Bildschirm und zum anderen werden Apps in der untersten sichtbaren Reihe nicht mehr abgeschnitten, sondern vollständig angezeigt.

Oben rechts wird eine Statusleiste angezeigt, welche neben der Uhrzeit auch viele weitere von iOS bekannte Symbole wie beispielsweise verbundene AirPods enthält. Auch der vom iPhone bekannte orange Punkt, welcher auf die Mikrofon-Nutzung hinweist, ist vorhanden. Von dort kann man dann auch das neu gestaltete Kontrollzentrum aufrufen.

Das neue Audioprofil „Dialoge verbessern“ soll für eine deutlichere Separierung von Stimmen und Hintergrundgeräuschen sorgen. Auch neu ist die Unterstützung von Dolby Vision 8.1. Die Siri-Remote (ab Generation 2) kann durch ein iPhone leichter gefunden werden, da die aktuelle Fernbedienung (noch) nicht über einen U1-Chip verfügt, ist diese Funktion allerdings nicht so genau wie die Ortungsfunktion der AirTags. Der Bildschirmschoner „Luftaufnahme“ soll neue Inhalte erhalten und der Bildschirmschoner „Meine Fotos“ unterstützt automatisch zusammengestellte „Rückblicke“.

VPN-Apps können auf dem AppleTV installiert werden, bspw. um Geo-Blocking von Streaminganbietern zu umgehen.

AirPods

Auch die Firmware der AirPods erhält einige neue Funktionen, neben einem verbessertem automatischen Wechsel zwischen den Geräten gibt es auch einen neuen Modus, welcher zwischen den beiden Modi Transparenz und Geräuschunterdrückung automatisch umschaltet.